Jahresbericht 2007
Jahresberict 2007
Das Berichtsjahr 2007 begann noch einmal mit der Herausgabe eines Antakya-Kalenders als
kulturellem Beitrag sowohl zur Verbindung zwischen der alten und neuen Heimat der in
Deutschland lebenden Antakyaner als auch zur Vermittlung von Wissen über die Region in Wort
und Bild für Freunde und Förderer des Antiken Antiochia.
Ebenfalls noch im Januar wurde eine konzertierte Aktion zwischen dem Förderverein Antikes
Antiochia e.V. und der Industrie- und Handelskammer Antakya in Zusammenarbeit mit
verschiedenen Behindertenvereinen und -verbänden in der Region Hatay gestartet, um
behinderten Sportlern in der Region kostenlos Rollstühle aus Deutschland zukommen zu lassen.
Bis Juni 2007 konnten insgesamt 19 Rollstühle als personengebundene Spenden zur Verfügung
gestellt werden.
Zeitgleich begannen Vorbereitungen zur Unterstützung des Bürgermeisters von Antakya, Mehmet
Yeloğlu, bei der Einladung der Vorsitzenden der Deutsch-Türkischen Parlamentariergruppe des
Deutschen Bundestages, Claudia Roth, ins Hatay. Der Förderverein übernahm die
Terminabsprachen, die Auswahl der einzuladenden Begleitpersonen, die deutschsprachige
Formulierung der Einladungen, die Ausarbeitung eines auf Frau Roth zugeschnittenen
Besuchsprogramms sowie die Unterstützung der Reisegruppe bei allen organisatorischen Fragen.
Der bereits im September 2006 für das Frühjahr 2007 vereinbarte Besuch konnte dann allerdings
leider wegen Terminschwierigkeiten auf beiden Seiten nicht realisiert werden.
Im April 2007 wurde mit der Planung einer Antakya-Gala zur Förderung hilfsbedürftiger
Jugendlicher im Hatay begonnen. Vorgesehen war eine Wohltätigkeitsveranstaltung im Herbst
2007. Im Rahmen dieser Veranstaltung sollten Spenden für Schüler mit herausragenden
schulischen Leistungen, die den Lehrgang zur Vorbereitung auf ein Studium besuchen und
aufgrund ihrer sozialen Situation auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind, gesammelt
werden. Organisatorische Schwierigkeiten, die bei Einhaltung des Termins zu unverhältnismäßig
hohen Kosten geführt hätten, zwangen den Verein, die Wohltätigkeits-Gala in das Jahr 2008 zu
verlegen. Am 19. April 2008 hat sie in der geplanten Form stattgefunden. Eine ausführliche
Darstellung hierzu folgt im Rahmen des Jahresberichts 2008.
Im September 2007 bat Bürgermeister Yeloğlu den Verein um Hilfe bei der Entwicklung eines
Bauvorhabens im alten Teil Antakyas. Die Stadtverwaltung plant die Errichtung einer Seilbahn von
der Kirche St. Pierre zur Zitadelle auf dem im Rücken der Altstadt gelegenen Silipius-Berg. Bei der
Zitadelle handelt es sich um die Reste eines der ältesten Bauwerke der Stadt, errichtet von den
griechischen Stadtgründern und mehrfach erweitert von den Römern und Byzantinern. Die Kirche
St. Pierre ist entstanden aus einer Felsgrotte, in der sich schon die ersten Christen in Antiochia
versammelten, und wurde 1983 als “erste Kathedrale der Welt” vom Papst heilig gesprochen.
Beide Bauwerke sind eng miteinander verbundene Zeugnisse der über zweitausendjährigen
wechselvollen Geschichte Antiochias und zur Zeit untereinander nur über große Umwege zu
erreichen. Der Förderverein Antikes Antiochia e.V. ist zur Zeit dabei, geeignete Spezialfirmen in
Deutschland, Österreich und der Schweiz anzusprechen und Angebote für den Bau der geplanten
Seilbahn einzuholen und zu prüfen.
Im November 2007 nahm die Stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, Ingrid Döring, an
einer Diskussionsrunde über “Christliche Minderheiten im Spannungsfeld von Nationalismus,
Laizismus und Islam” im Rahmen der Tagung “Die Türkei und ihre christlichen Minderheiten” der
renommierten Evangelischen Akademie Hofgeismar teil. Die Einladung zur Beteiligung an dieser
Gesprächsrunde erfolgte im Blick auf die Herausgehobene Situation Antakyas durch seine mehr
als zweitausendjährige Geschichte der Multikulturalität, die bis heute die gesamte, zu etwa 50%
arabischstämmige, Stadtbevölkerung prägt und sich jeder Reduzierung auf nur einen kulturellen
Ursprung entzieht.
Die Unterstützung und Förderung dieses multikulturellen Bewusstseins wird auch weiterhin
Hauptaufgabe des Fördervereins bleiben und alle künftigen Aktivitäten bestimmen. (Ingrid Döring)

