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Jahresbericht 2010

Jahresbericht 2010

Jahresbericht 2010

Das Berichtsjahr 2010 stand ganz im Zeichen des Antakya Medeniyetler Korosu (Antakya Chor
der Zivilisationen), der der Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragten der
Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Frau Professor Dr. Maria Böhmer
anlässlich ihres Besuchs in Antakya im Frühjahr 2009 vorgestellt worden war. Der erst 2007
gegründete Antakya Medeniyetler Korosu verkörpert in seiner religions- und kulturübergreifenden
Zusammensetzung in hervorragender Weise die Multikulturalität Antakyas wie keine andere
Institution in der Stadt. Seine Mitglieder sind Muslime, Juden, Armeniern und Christen, die
gemeinsam die Botschaft von Toleranz und Brüderlichkeit aus ihrer Heimatstadt Antakya in die
Welt tragen und sich dabei der Musik als universeller Sprache bedienen. Frau Professor Böhmer
schlug damals vor, den Chor für einen Auftritt anlässlich der Internationalen Tourismusbörse (ITB)
2010 in Berlin, auf der die Türkei als Partnerland vertreten sein würde, zu engagieren.
Der Vorsitzende des Fördervereins Antikes Antiochia e.V. Nihat Sorgeç nahm daraufhin
unverzüglich Verhandlungen mit den türkischen Verantwortlichen auf, die sich allerdings äußerst
schwierig gestalteten und noch bis in den Beginn des Jahres 2010 hineingezogen. Die endgültige
Entscheidung über den Auftritt des Chors als einer der kulturellen Programmpunkte, mit denen
sich die Türkei anlässlich der ITB auch außerhalb der Messehallen als Partnerland präsentierte,
fiel schließlich erst Ende Januar 2010. Vereinbart wurden zwei Konzerte am 10. und 11. März
2010.
Veranstalter der beiden Konzerte war der Förderverein Antikes Antiochia e.V.
Als Veranstaltungsort konnte der Förderverein die Französische Friedrichstadtkirche auf dem
Gendarmenmarkt gewinnen.
Der Auftritt des Chores stand unter dem Motto “Brücke zwischen Völkern, Religionen und
Kulturen”. Die Schirmherrschaft hatte die Beauftragte der Bundesregierung für Migration,
Flüchtlinge und Integration übernommen.
Finanziell gefördert wurde der Auftritt mit €35.000,00 aus dem türkischen Kulturfonds, €10.000,00
von der IHK Antakya und €10.000,00 von der Herbert-Quandt-Stiftung. Die restlichen Kosten trug
der Förderverein als Veranstalter.
Zu dem Konzert am 10. März 2010 wurden vom Förderverein und der Türkischen Botschaft
ausgewählte Gäste geladen. Für das zweite Konzert am 11. März 2010 wurde ein Eintritt von
€15,00 pro Person erhoben. Sowohl am 10. als auch am 11. März war die Kirche überfüllt; wenn
die Entscheidung über den Auftritt des Chors in Berlin früher getroffen worden wäre, hätte auch
ein drittes Konzert noch sein begeistertes Publikum gefunden. Der Auftritt des Chors was ein
großartiger Erfolg.
Die in Berlin ansässige PANTHEONfilmCOMPANY, die an einem Fernsehfilm über das
Zusammenleben der verschiedenen Kulturen und Religionen in Antakya arbeitet, konnte trotz der
sich zum Schluss zeitlich überschlagenden Ereignisse noch wie vereinbart rechtzeitig über die
Konzerttermine informiert werden und sie in ihre filmische Dokumentation aufnehmen.
Der Chor war begleitet worden von einer Delegation der an der finanziellen Förderung des Auftritts
des Chors in Berlin beteiligten IHK Antakya. Die Delegation nutzte die Gelegenheit, die
bestehenden Kontakte zur Türkisch-Deutschen IHK (TD-IHK) zu intensivieren und neue Kontakte
zu knüpfen. Der Förderverein lud zu diesem Zweck die Gäste aus Antakya und ihre Berliner
Partner zu einem Informations- und Gedankenaustausch über die aktuellen wirtschaftspolitischen,
sozialpolitischen und soziokulturellen Probleme Antakyas und die möglichen Konsequenzen auf
internationalen Ebene ein.
Kurz vor Jahresende, vom 22. November bis zum 10. Dezember 2010, kamen zehn ausgewählte
Schüler verschiedener Berufsschulen aus Hatay zu einem dreiwöchigen Betriebspraktikum nach
Berlin. Der Förderverein unterstützte dieses im Rahmen eines EU-Ausbildungsprojekts
durchgeführte Auslandspraktikum durch die Organisation und ergänzende finanzielle Förderung
des Aufenthalts in Berlin, die Gewinnung der Praktikumsplätze in Berliner Betrieben und das
Angebot eines für die Schüler geeigneten Kulturprogramms. Das Praktikum wurde von den
Schülern und Betrieben nicht nur aus beruflicher Sicht als sehr sinnvoll und erfolgreich beurteilt,
sondern auch als ein gelungener Beitrag zum gegenseitigen Verständnis empfunden.
Die ursprünglich für 2010 vorgesehene Wohltätigkeits-Gala konnte aus Termingründen in diesem
Berichtsjahr leider nicht stattfinden. Die nächste Gala, die wieder unter dem Motto “Wir fördern
Bildung” stehen wird, ist für die erste Jahreshälfte 2011 geplant.
Unabhängig von der Veranstaltung einer Wohltätigkeits-Gala konnten jedoch auch 2010 im
Rahmen des Projekts “Wir fördern Bildung” aus eingegangenen Spenden wieder bedürftige
förderungswürdige junge Menschen unterstützt werden. Dabei ist das Projekt, das bisher nur die
Unterstützung Jugendlicher beim Übergang von der allgemeinbildenden Schule auf die Universität
vorsah, um die Förderung von weitergehenden Studienmöglichkeiten benachteiligter Studenten
mit herausragenden Lernleistungen erweitert worden, so dass 2010 auch einem Studenten Hilfe
auf seinem Weg zum Berufsabschluss gewährt werden konnte.
(Ingrid Döring)

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